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DAS WAR DAPYS PARAGUAYBLOG - OHNE SCHÖNFÄRBEREI - SO WIE ES WIRKLICH IST -

Der unwiderruflich letzte Blogeintrag

 

Als ich im September 2006 anfing den Blog zu schreiben hätte ich mir nie gedacht was daraus wird. Aus einer Laune heraus habe ich angefangen zu schreiben und in relativ kurzer Zeit hatte ich eine stattliche Zahl von Lesern. Zu verdanken hatte ich das am Anfang dem “Abzocker-Forum”, wo der Blog veröffentlicht wurde, obwohl ich dort niemanden kannte und bis heute niemanden kenne. Dann kam Oli von Kays-Forum (ein Kenner Paraguays) und hat den Blog seinen Lesern empfohlen, was für mich eine gewisse Genugtuung war.

 

Immer wieder wurde mein Blog als Lüge hingestellt und das fand in der Gründung eines Anti-Dapy-Blogs seinen Höhepunkt. Ein Forumsbetreiber in Villa Elisa (die Leser werden wissen wen ich meine) war der Meinung, ich sei ein leitender Angestellter der Deutschen Handelskammer in Asuncion, mit der er im Streit lag und hat einen regelrechten Krieg begonnen. Märchenerzähler, Nestbeschmutzer und andere schöne Bezeichnungen waren in diesem Anti-Dapy-Blog zu lesen.  Diesem Blog wurde aber nach kurzer Zeit das Lebenslicht ausgeblasen.

Im Villa Elisa-Forum hat michimmer wieder Justnow2 verteidigt, wofür ich ihm danke.

 

Es gab aber auch ein paar Mutige, die einen Link des Blogs auf ihre Seiten setzten. Den allen ein herzliches Dankeschön. Als die ganzen Verleumdungsattacken nicht fruchteten versuchte man den Blog tot zu schweigen. Aber das Gegenteil war der Fall, er wurde immer populärer. In den besten Zeiten hatte ich hunderte Zugriffe pro Tag, heute sind es immerhin noch zwischen 50 und 100, was für mich einen grossen Erfolg bedeutet.

 

Andere wiederum haben meinen Blog von ihren Seiten entfernt, auf Druck von sogenannten “Freunden”. Mein Blog passt nicht in die heile Auswandererwelt. Die meisten Blogbetreiber schreiben aus finanziellen Interesse, obwohl sie das immer wieder energisch von sich weisen. Es sind dies reine Werbeblogs die geschickt Informationen mit persönlicher Werbung verbinden, umso den Auswanderer für sich zu gewinnen. Je besser man die Information verkleidet, umso seriöser wirkt man und das ist das Um und Auf dabei. Viele verstehen das nicht und nehmen diese heile vorgegaukelte Welt als bare Münze. Ich habe nichts dagegen, aber dazu sollte man dann auch stehen. Daher tut man alles, damit die Einwanderer, die nach Paraguay wollen, nur die Sonnenseiten zu Gesicht bekommen. Den Leuten wird was vorgespielt indem man ihnen vermitteln will, dass man hier 365 Tage im Jahr Urlaub feiert. Man verdient ja mit ihnen und nicht schlecht. Es werden Papiere gemacht, Häuser gebaut, Zimmer vermietet, Immobilien und Autos verkauft etc.. Man vermittelt Kontakte, kassiert Provisionen und der Neuankömmling bedankt sich noch artig dafür.

 

Andere wiederum vertrauen blindlings ihren Landsleuten und bauen Häuser auf Grundstücken die ihnen nicht einmal gehören oder in schlechten Lagen.  Man vertröstet sie immer wieder mit irgendwelchen fadenscheinigen Ausreden und so wird die Titelüberschreibung immer wieder hinausgezögert. Auch das gibt es.

 

Ich habe Landsleute gekannt die sich rühmten hier kein Leergeld bezahlt zu haben. Wie sie mir immer wieder sagten haben sie keine grosse Ländereien oder Immobilien gekauft oder sonstige Investitionen gemacht. Als die Banken ab 1995 bis 2002 wie Stehaufmännchen crashten hat es dann auch einige von ihnen erwischt. Nicht nur hunderttausend Paraguayer haben damals ihr Geld verloren, sondern auch Deutsche waren darunter. Das ging bis zu sechsstelligen Dollarbeträgen. Die Banken lockten damals mit hohen Zinsen und so mancher wurde schwach und wollte mitkassieren.

 

Andere schwelgen in den höchsten Tönen vom Land und wie gut es sich hier Leben lässt, spucken grosse Töne und beteuern immer wieder, nirgendwo anderst mehr leben zu können. Einige dieser Personen haben nicht einmal einen EURO in Paraguay investiert, mieten sich etwas und lassen ihr Geld in weiser Vorsicht im Ausland. Wenn ich schon so von einem Land begeistert bin wie es diese Leute vorgeben, dann kaufe ich mir doch wenigstens ein Stück Grund und Boden und baue mir meine eigenen vier Wände.

 

Von den vielen Drohungen per mail gar nicht erst zu reden die ich im Laufe der Zeit bekommen habe. Aber nun ist Schluss. Von mir aus kann jeder machen was er will. Ich habe das andere Gesicht aufgezeichnet, das nicht 300 Sonnentage im Jahr verspricht, sondern ein Gesicht das von 50 Prozent der Bevölkerung spricht, die unter der Armutsgrenze lebt. Ein Gesicht, wo jeder der die Möglichkeit hat versucht ins Ausland zu kommen um dort Brot und Arbeit und ein besseres Leben zu finden. Ein Land wo das Überleben für Viele täglich schwieriger wird und ein Kilo bestes Rindfleisch soviel kostet wie ein normaler Arbeiter am Tag verdient.

 

Verbrechen an Ausländern werden in diesen Blogs tunlichst verschwiegen oder nur am Rande erwähnt, es könnte geschäftsschädigend sein.

 

Ich habe immer betont, dass mein Blog eine “light Version” ist von den Sachen die hier oft passieren oder passiert sind.

 

Ich bedanke mich nochmals bei all meinen Lesern für ihre Treue und bei denjenigen die einen Link auf ihren Seiten veröffentlicht haben. Weitere Einträge wird es keine mehr geben.

 

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr

 

Dapy

 

 

 

 

 

 

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PARAGUAYBLOG - OHNE SCHÖNFÄRBEREI - SO WIE ES WIRKLICH IST - PARAGUAYBLOG - OHNE SCHÖNFÄRBEREI

Zwei Gesichter und ein Land

 

Paraguay hat bekanntlich zwei Gesichter. Eines wie es die meisten Einwanderer kennen, als Paradies für Auswanderer wie sie es selber immer wieder bezeichnen und das andere Gesicht, das täglich in Radio, Fernsehen, Zeitungen zu hören, sehen und lesen ist. Also die Realität was sich im Land wirklich abspielt. Während wohlhabende Paraguayer das Land verlassen, da sie Angst haben hier zu leben, kommen auf der anderen Seite immer mehr Deutsche nach Paraguay, da sie hier ihren Traum vom eigenen Haus und Pool verwirklichen können. Das Paradies zum Schnäppchenpreis, wie es jüngst ein Bayer formuliert hat. Das könnten wir uns doch in Deutschland nie leisten, hört man immer wieder. Hoffentlich bleibt es auch so.

 

Am vergangenen Sonntag gab es in der Tageszeitung "Ultima Hora" einige recht interessante Artikel zu lesen, die ich ihnen kurz wiedergeben möchte.

 

Monseñor Claudio Giménez, Bischof von Caacupé, sagte wörtlich:

 

Es schmerzt, dass wir Paraguayer uns in einer solchen Situation befinden müssen. Der Versuch eine Gruppe zu eliminieren, da sie entweder reich oder arm ist, ist der falsche Weg. Auf diesen Weg können wir nicht weiter gehen. Es gibt Beispiele wo versucht wurde eine der beiden Gruppen auszuschliessen und das Resultat ist ein permanenter Konflikt und das fehlen von Frieden.

 

Ein anderer Artikel lautet

Und die Impunidad ist zum Recht geworden

 

Einige Auszüge davon:

 

1992 wurde das bürgerliche Gesetzbuch geändert. Das wurde von den Politikern so gemacht, dass sie in Zukunft die Justiz unter Kontrolle haben und für eventuelle Verfehlungen nach ihrer politischen Karriere praktisch nicht zur Verantwortung gezogen werden können.

 

In der Praxis schaut das so aus. Der Politiker bereichert sich in seiner Amtszeit. Aber nicht nur um ein paar Dollars sondern richtig, Ultima Hora gebraucht dafür das Wort "industrial", soll heissen, im grossen Stil. Nach seiner Amtszeit wird der Politiker unter einer neuen Regierung von der Staatsanwaltschaft angeklagt. Der Politiker nimmt sich ein paar Rechtsanwälte und zieht so das Verfahren jahrelang hinaus, bis schliesslich Richter und Staatsanwaltschaft erklären nicht genügend Beweise gefunden zu haben. Das Verfahren gegen den Politiker wird eingestellt und die Prozesskosten muss der Staat tragen. Das kostet den Politiker zwar einen Teil seines Vermögens, aber er geht nicht ins Gefängniss und es bleibt für ihn und der nächsten Generation noch genügend übrig. Zuletzt so geschehen beim Ex-Präsidenten Gonzalez Maggi.

 

Aber es gibt auch symphatisches wie Ultima Hora schreibt. So zum Beispiel eine Staatsanwältin, die ein paar Millionen Guaranies bei einer Durchsuchung sicherstellt. Anstatt das Geld auf das entsprechende Konto zu überweisen hat sie eine Schönheitsoperation damit bezahlt. In anderen Fällen hat man sich Schmuck, Autos und auch Computer angeeignet.

 

Autos, Schmuck und auch Schönheitsoperationen sind die Waffen dieser Staatsanwaltschaft, auf der unermüdlichen Suche nach Justiz, meint das Blatt. Den Höhepunkt hat das Ganze dieses Jahr mit der Freisprechung von Ex-Präsidenten Luis Gonzalez Maggi erreicht. Zufälligerweise finden Staatsanwälte und Richter nie genügend Beweise um die Mächtigen zu verurteilen.

 

Man ist dabei ein Gesetz zu verabschieden, dass den Staat bevollmächtigt eine Million Dollar für Hinweise zu bezahlen, die zur Aufklärung des Falles des entführten Estanciero Fidel Zavala führt. Wie bekannt ist der Mann seit 2 Monaten in den Händen der paraguayischen Terroristenorganisation EPP. Führende Mitglieder dieser Terrororganisation wurden von der kolumbianischen FARC ausgebildet. Leider hat man dies seit Jahren gewusst, aber nie etwas dagegen unternommen. Hätte man das Übel rechtzeitig bekämpft, würde es heute nicht diese Probleme geben. Dass Polizisten von der Organisation bezahlt werden ist schon lange kein Geheimniss mehr.

 

 

 

  

 



 

 

 

 

 

 

 

 

PARAGUAYBLOG - OHNE SCHÖNFÄRBEREI - SO WIE ES WIRKLICH IST - PARAGUAYBLOG - OHNE SCHÖNFÄRBEREI

Über ein

Tomatenimportverbotsgesetz

und einer

Demonstration

mit

Pferdekarrenbeteiligung

 

Ja, es gibt noch wichtiges im Leben. Nämlich Nachrichten die das Land aus den Angeln heben. Nicht das tägliche Politgeschwafel, dessen man schon überdrüssig ist, sondern wirklich Wichtiges.

 

Wie zum Beispiel das

Tomatenimportverbotsgesetz

 

das heute für 10 Tage ausser Kraft gesetzt wurde. Das Gesetz wurde vor einiger Zeit erlassen um die heimischen Tomatenanbauer vor der ausländischen Konkurrenz (Argentinien und Brasilien) zu schützen. Da man mit der ausländischen Qualität und dem Preis nur schwer mithalten konnte, hat man den gesetzlichen Weg gewählt. Dazu haben Kleinanbauer des öfteren die Hauptdurchzugsstrassen blockiert und da die Regierung alles andere als gegen diesen Personenkreis durchgreifen will, hat man ihren Wunsch für ein Importverbot kurzerhand zum Gesetz gemacht.

 

Die Sache hat nur einen Hacken nämlich, dass die Anbauer nicht in der Lage sind das Land ausreichend mit Tomaten zu versorgen. In letzter Zeit gab es, zumindest in Asuncion, schlechte Qualität zu teuren Preisen zu kaufen. Vorbei sind die Zeiten wo man gute Qualität relativ günstig bekam, allerdings aus Argentinien oder Brasilien.

 

Besonderes Glück haben die Tomatenanbauer, da es keine Kontrollen auf Spritzmittelrückstände auf den Grossmärkten gibt. Jeder der sich in der Materie auskennt weiss, dass in Paraguay gespritzt wird was das Zeug hält. Da viele von Spritzmitteln keine Ahnung haben wird oft mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Sprich, es werden hoch toxische Mittel verwendet obwohl es gar nicht nötig wäre. Aber man geht auf Nummer sicher und spritzt alles nieder, schliesslich will man keine Ernteeinbussen haben.

 

Würde es strenge Kontrollen geben, dann müsste wohl das Importverbotsgesetz 365 Tage im Jahr ausser Kraft gesetzt werden.

 

Der Mercosur hat eben seine Besonderheiten, jedenfalls was die Tomaten angeht. Der grenzüberschreitende Handel hört bereits bei einer Kiste Tomaten auf.

 

 

Demonstrationen in der Innenstadt von Asuncion gehören mittlerweile zum Stadtbild. Es vergeht kaum ein Tag wo nicht irgendeine Gruppe vor dem Parlament feurige Reden und die Polizei auf Trab hält. Das Besondere heute, es waren auch Pferdewagen mit Protestschildern dabei. Diese Demonstrationen von Randgruppen werden oft von einem Sozialfond der Regierung bezahlt. Es wird gegen das Parlament demonstriert, nicht gegen die Regierung. Man will damit die Parlamentarier zwingen mehr Geld für Sozialausgaben zur Verfügung zu stellen. Die Demonstranten bekommen für die Teilnahme einen Tageslohn zwischen Gs. 40.000,- und 50.000,- ausbezahlt. Gegen Mittag, wenn die Sonne hoch am Himmel steht, löst sich das Ganze wieder auf. Manchmal friedlich und manchmachmal gewalttätig. Aber fast immer zum Leidwesen der Autofahrer.

 

Der Pferdewagen, die Polizei und das alte Parlament im Hintergrund

 

Auch die Spezialeinheit der Polizei braucht manchmal eine Ruhepause

 

Heute vormittag in der Innenstadt von Asuncion (10. 12. 2009)

 

Pferdefuhrwerke vor dem neuen Parlamentsgebäude, ein seltener Anblick