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PARAGUAYBLOG - OHNE SCHÖNFÄRBEREI - SO WIE ES WIRKLICH IST - PARAGUAYBLOG - OHNE SCHÖNFÄRBEREI

CAACUPE 2009

oder eine paraguayische Bergpredigt

Als Bischof Claudio Gimenez in der Hauptmesse in Caacupe die Predigt hielt, glaubten viele am falschen Dampfer zu sein. Er hat zu Themen Stellung genommen die normalerweise von kirchlichen Würdenträgern gemieden werden.

Er hat klipp und klar die Politik Lugos in verschiedenen Bereichen nicht gut geheissen und einen Richtungswechsel gefordert. Den von Lugo so sehnlichst herbei gewünschten Klassenkampf hat er als unbrauchbares Instrument für Paraguay bezeichnet und wenn es dazu wirklich kommen sollte, könnte es zu einem Blutbad, sprich Bürgerkrieg, kommen, meinte der Bischof.

Entführungen verurteilte er aufs Schärfste und hat die paraguayische Terroristengruppe "EPP" als krimminelle Elemente eingestuft.

Kinder sollten von ihren Vätern anerkannt werden, dazu hat jedes Kind ein Anrecht, meinte der Bischof. Im Speziellen hat er damit Lugo gemeint, der mehrere seiner als Bischof gezeugten Kinder bis jetzt nicht anerkannt hat. Darunter auch einen Sohn, der in extrem armen Verhältnissen in einer Holzhütte in San Pedro lebt. Die Mutter war damals Hausangestellte von Bischof Lugo. Wie die Frau einmal erzählte, hat Lugo zwei Jahre lang für seinen Sohn monatlich Alimente bezahlt, dann aber die Zahlungen eingestellt.

Deutliche Worte vom höchsten kirchlichen Würdenträger in Paraguay. Lugo wird wohl diese Kritik ernst nehmen und seine Politik in einigen Bereichen neu ausrichten müssen. Mit diesen Worten hat der Bischof auch gemeint, dass die Kirche in Zukunft Lugo genau auf die Finger schauen wird und man einer Konfrontation zwischen Arm und Reich nicht tatenlos zusehen werde. 

Vor allem aber hat er klar gestellt, dass ein Modell via Venezuela für Paraguay nicht in Frage kommt. Den Armen muss geholfen werden aber nicht indem man sie gegen die Reichen aufhetzt. 

 

 

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BRUTALER MORD AN DEUTSCHEN ESTANCIERO

Wieder einmal war ein brutaler Mord an einem deutschen Estanciero (Rinderzüchter), in einer paraguayischen Tageszeitung (Ultima Hora) zu lesen. Die Meldung hat nicht einmal mehr für Schlagzeilen gesorgt. Eine Meldung wie viele andere, mehr nicht. Gehört es doch mittlerweile zur Routine, dass nicht nur Paraguayer sondern auch Ausländer überfallen und ermordert werden.

Wer spanisch lesen kann unter

http://www.ultimahora.com/notas/279510-Alemán-baleado-en-asalto,-finalmente-falleció-ayer

Kurz zum Hergang. Vor etwas mehr als einer Woche haben 4 schwerbewaffnete Männer den 72-jährigen Deutschen auf seiner Estancia, in Ybytymí, Departamento de Paraguarí, überfallen. Obwohl er Geld und andere Wertsachen problemlos den Banditen aushändigte, hat man ihn in die linke Brusthälfte geschossen und tödlich verletzt. Nach einer Woche ist er den schweren Verletzungen in einem Asuncioner Krankenhaus erlegen.

Verdächtigt an dem Verbrechen beteiligt zu sein wurde sein Capataz. Den hat man wieder auf freien Fuss gesetzt, obwohl von der Staatsanwaltschaft Anklage erhoben wurde.

Es zeigt wieder einmal auf traurige Art und Weise, dass meine ständigen Hinweise zu mehr Vorsicht und Sicherheit nicht grundlos sind. Immer öfter werden Ausländer zu Opfern von Kriminellen. Man glaubt ein "Gringo" ist automatisch jemand wo was zu holen ist.

"Voz tenés plata" ist einer der von mir am häufig gehörtesten Sätze. Ich erklär dann immer den Leuten, dass ich auch schon 25 Jahre hier lebe, mein Geld hier verdienen muss und keinen reichen Onkel in Deutschland habe der mir monatlich EUROS schickt. 

Der Neid wird immer grösser und durch die momentane Politik wird dies noch geschürt. Umverteilung und Klassenkampf ist das Schlagwort der Stunde. Der Präsident selbst hat dies in beeindruckender Weise demonstriert, als er alle, die in Paraguay ein Bankkonto haben, als Verhinderer von Reformen bezeichnete. Diesen Leuten (mit den Bankkonten) geht es gut und die Anderen hängen die Zunge heraus. So in etwa war der Sinn der Worte. Also gibt es nur eins, die Umverteilung

Für Lugo wird es immer ungemütlicher. Man wirft ihm jetzt vor, die Wähler bewusst belogen und sich so das Amt des Präsidenten erschlichen zu haben. Ein bekannter kritischer Journalist (Enrique Vargas Peña) meinte, die Kirche ruft zur Wallfahrt nach Caacupe auf und predigt den Leuten angeblich die Wahrheit, hat aber durch das Verschweigen der Tatsachen (dass Lugo mehrere Kinder als Bischof zeugte) bewusst gelogen. Man wirft Lugo nicht vor, dass er jede Menge Frauen als Bischof beglückte, sondern, dass er den Wählern bewusst die Unwahrheit gesagt hat. Hätten die Leute gewusst, so Vargas Peña weiter, dass er so ein Leben als Bischof geführt hat, dann hätte er wohl kaum die Wahlen eine Hausmeisterpostens gewonnen.

Lugo lässt die alles kalt. Aussitzen ist die Devise und auf keine Diskussionen eingehen. Er agiert im Hintergrund. Viele Generäle hat er zwischenzeitlich entmachtet und zum Schluss auch noch den Heereskommandanten abgesetzt, schön der Reihe nach, sodass sich kein Widerstand bilden konnte.

Dass seine Popularität in den Boden gesunken ist lässt er nicht gelten. Er beruft sich auf den armen Teil der Bevölkerung und macht ihnen Versprechungen die er niemals halten kann. In San Pedro verteilt er grosszügig Geldgeschenke an die Bevölkerung. Als soziale Hilfe sollten zigtausende Arme knapp Gs. 300.000,- bekommen. Lugo war aber grosszügig und hat seiner Clientel pro Person Gs. 1.320.000,- ausbezahlt. Insgesamt an 3700 Personen.

Kontrollen gibt es darüber so gut wie keine, laut Senator Alfredo Luis Jaeggli. In Brasilien werden soziale Hilfen über die Gemeinden und Komunen verteilt und entsprechend kontrolliert. In Paraguay wird das Füllhorn über bestimmte Personen und ohne Kontrollen ausgeschüttet.

Mit Geldern vom Staat kann man leicht sorglos umgehen. Umso mehr wenn man nicht einmal Rechenschaft ablegen muss, denn alles fällt unter "Gastos sociales". Die Frage was bleibt: Wer soll das in Zukunft noch bezahlen!

Ein Kenner der Materie sagte: In Paraguay ist das gesamte Staatsbudget als "Gastos sociales" zu werten, da 80% davon für Löhne von Staatsangestellten ausgegeben werden.

 

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WARUM WOHL?

Es geht um einen Bischof der sich als kompetent ausgegeben hat und angetreten ist das Land zu verbessern. Er hat die Misstände der Colorados aufgezeigt, die Vetternwirtschaft verurteilt und den Staatsapparat wollte er auch sanieren, sprich verkleinern. Die Wähler haben ihm geglaubt, da sie bewusst in die Irre geführt wurden. Man hat ihnen vorenthalten, dass er als Bischof von der Kirche gezwungen wurde zurückzutreten (Lugo hat es als freiwilliges Austreten verkauft), man hat dem Wähler vorenthalten, dass er als Bischof jede Menge Kinder zeugte und immer eine gewisse Nähe zu linksradikalen Organisationen pflegte. Mehrere steckbrieflich gesuchte Terroristen zählten zu seinen Seminaristen. Und was macht Lugo heute, genau das was er den Colorados immer angekreidet hat.

In den letzten Tagen hat sich wieder einmal die süd- und milltelamerikanische Presse über unseren Präsidenten und seinen Kids lustig gemacht. Woher soll so ein Mann Fähigkeiten haben ein Land zu führen, wo er doch schon als Kirchenmann seine Pflichten nicht erfüllt hat. Innerhalb eines Jahres ist seine Popularität im zweistelligen Prozentbereich gesunken.

Warum frage ich mich funktioniert die Wirtschaft in Uruguay, in Chile, in Brasilien etc. und wir hinken immer wieder hinterher, obwohl wir günstigere Steuergesetze als unsere Nachbarländer haben? Warum kommen keine Grossinvestitionäre ins Land?

Wie es in Paraguay gemacht wird zeigen uns die Mennonitenkolonien, die brasilianischen Kolonien und Kolonien im Süden Paraguays. Warum wohl? Ich frage mich was würde passieren, wenn die Auslandsparaguayer nicht jährlich hunderte Millionen Dollar ins Land überweisen würden und somit hunderttausenden Paraguayern das Überleben sichern.

Wenn ich auf der Strasse sehe, wie Frauen gegen Jugendliche an Strassenkreuzungen um jeden Guaranie kämpfen müssen, die sie beim Putzen von Windschutzscheiben bekommen, dreht sich mir der Magen um. Wenn ich sehe wie auf dem Grossmarkt Kinder in Müllcontainern nach Essbaren Lebensmitteln suchen, frage ich mich wo wir leben. Früher habe ich sowas nie beobachten können. Wo kommt das ganze Geld hin das für soziale Programme zur Verfügung gestellt wird?

Warum wird der Wasserkanal im Westen Paraguays, wo es bereits seit 4 Jahren nicht mehr genügend regnet, nicht gebaut? 2/3 des Geldes für den Kanalbau liegt in den Mennonitenkolonien bereit und der Staat bräuchte nur noch ein Drittel dazuschiessen! Warum tut er es nicht?

Wenn man ernst genommen werden will, muss man eine entsprechende Politik machen und glaubwürdig erscheinen. Wenn nicht werden wir in den nächsten Jahren wieder auf der Stelle treten.