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PARAGUAYBLOG - OHNE SCHÖNFÄRBEREI - SO WIE ES WIRKLICH IST - PARAGUAYBLOG - OHNE SCHÖNFÄRBEREI

KONFUSION
 

Auf Druck der Öffentlichkeit verurteilt unser Präsident auf einer Pressekonferenz die Entführung von Fidel Zavala aufs Schärfste. Fünf Minuten später wird er von einem Journalisten gefragt, warum er vor einiger Zeit Carmen Villalba im Frauengefängniss besucht hat. Dazu muss man wissen, Carmen Villalba ist führender Kopf und Gründungsmitglied der paraguayischen Terroristenorganisation EPP (Ejército del Pueblo Paraguayo) und verbüsst derzeit eine mehrjährige Haftstrafe im Frauengefängniss von Asuncion. Lugo, sichtlich verstört über die Frage weiss keine Antwort und gibt vor die Frage nicht verstanden zu haben, obwohl sie laut und deutlich gestellt wurde und für jedermann im Saal gut hörbar war. Der Journalist wiederholt die Frage, aber auch diesmal keine Antwort. Um solchen Situationen zukünftig vorzubeugen hat nun Lugo einen neuen Modus Operandi bei Pressekonferenzen eingeführt. Pro Medium nur noch eine Frage und die muss vorher schriftlich eingereicht werden. Von der bei Regierungsantritt angekündigten Transparenz keine Spur mehr.
 

Als Lugo noch Bischof in San Pedro war hatte er enge Beziehungen zu einigen Mitgliedern des EPP. Zum Beispiel Magna María Meza y Manuel Cristaldo Mieres. Niemand behauptet, Lugo hat direkt mit dem EPP etwas zu tun, aber es wäre Zeit wenn er diesbezüglich klare Worte sprechen würde.

Bei einer Versammlung mit führenden Unternehmern verspricht Lugo eine marktwirtschaftliche Wirtschaftspolitik zu machen und verbrieft erneut das Recht auf Landbesitz. Eine Stunde später trifft er sich mit Führern von Landlosen und Kleinbauernorganisationen und redet von einer integralen Landreform die er, wenns sein muss, auch gegen heftigen Widerstand durchführen will. Das bringt ihm Applaus ein und viele verstehen es als Auftakt zum Klassenkampf.

Viele fragen sich, was es bringt, wenn der Staat produktives Land von Privat für die Landlosen kauft, es unter ihnen aufteilt und glaubt so der Misere Herr zu werden. Man könnte dies auch als Umwandlung von produktiven in unproduktives Land bezeichnen. Ein Grossteil der Ländereien, die in den letzten Jahren den Landlosen geschenkt wurden, liegen heute brach und die Leute sind ärmer als je zuvor. Sobald die Wälder abgeholzt sind und das Holz verkauft ist beginnt alles wieder von vorne. Heute erfolgreich Ackerbau oder Viehzucht zu betreiben erfordert Sachkenntnisse in der Materie, Investitionen in Maschinen und Geräte und vor allem den Willen zu Arbeiten.

Wie man es richtig macht hat eine Mennonitenkolonie in Ostparaguay (Volendam) gezeigt. Dort wird seit 10 Jahren mit grossem Erfolg ein Cooperativeprojekt mit Kleinbauern aus der Umgebung betrieben. Das ganze funktioniert sehr gut und hat den Kleinbauern mehr Einkommen, eine bessere Ausbildung für sich und ihre Kinder und vor allem mehr Lebensqualität gebracht. Natürlich wird das Ganze auch heute noch von Spezialisten der Cooperative überwacht und kontrolliert. Das kostet der Cooperative zwar Geld bringt ihnen aber auch etwas, nämlich mehr Sicherheit. So gibt es keine Probleme mit Landbesetzungen in der Umgebung und auch Viehdiebstähle sind rückläufig. Ein Modell das von der Regierung wegen seines Erfolges übernommen werden müsste, was aber leider nicht geschieht. Warum wohl? Wenn sie es nicht wissen, ich sag es ihnen. Weil es bei einem solchen Modell nichts zum Abzweigen gibt, da alles genauestens kontrolliert wird.

Das Leben mit der Angst gehört für viele Paraguayer zum Alltag. Einige Familien der Oberschicht bringen ihre Kinder ausser Landes, da sie sich im Land nicht mehr sicher fühlen. Andere wiederum machen keinen Schritt mehr ohne Leibwächter. Nach den letzten Vorfällen ist man besonders besorgt, da man nun weiss, dass die Terroristengruppe mit Sprengstoff ausgerüstet ist. Man befürchtet ein Zunehmen der Entführungen und vor allem den Beginn von Bombenanschlägen . Das Innenministerium ist in Alarmbereitschaft. Nein, ich höre nicht das Gras wachsen, das ist die Realität von heute. Im Parlament wird beraten wie man die Sicherheitslage im Land verbessern kann. Es wird überlegt in den Departamentos San Pedro und Concepcion den Ausnahmezustand zu erklären um die Sicherheit, mit Hilfe von Polizei und Militär, zu gewährleisten. Wie jüngst der Bischof von Concepcion erklärte, gibt es in diesen Landesteilen Gebiete wo nicht einmal mehr die Polizei was zu sagen hat. Es sind dies “zonas liberadas”. Dies wird zwar von der Regierung energisch bestritten, aber Experten in der Materie sehen dies anderst. Die Terroristenorganisation EPP findet in diesen Regionen besonders viel Zustimmung unter der Bevölkerung.

Es gibt keine Zweifel mehr unter den Fachleuten, dass die FARC hinter dieser Gruppe steht und das bereitet der paraguayischen Polizei Kopfschmerzen. Als es vor kurzem in einem Armenviertel von Rio de Janeiro eine wochenlange Konfrontation zwischen der Polizei und Drogenhändlern in Verbindung mit der FARC gab, wurde ein Polizeihubschrauber von der Drogenmafia kurzerhand abgeschossen. Laut Kenner der Materie geschah dies mit einer Rakete die auf dem Schwarzmarkt für US$ 40.000,- bis 70.000,- zu haben ist. Man befürchtet nun in Paraguay, dass mit dem Lösegeld bei Entführungen eine Aufrüstung dieser Terroristengruppe vorgesehen ist.  

Mitglieder der politischen Partei Lugos “Tekojoja” nehmen in letzter Zeit immer öfter das Wort “lucha de clases” also “Klassenkampf” in den Mund. Wenn man in der Regierung der Meinung ist, den produktiven Sektor des Landes das Leben zu erschweren indem man ihm Handfesseln anlegen will und glaubt dadurch die Armut zu mindern, dann ist Lugo schlecht beraten. Wenn Lugo glaubt mit mehr Sozialismus den Lebensstandard der Paraguayer zu verbessern, dann sind wir auf dem falschen Weg. Wenn die Wirtschaftspolitik von Chavez sein Leitbild ist, gehen wir schweren Zeiten entgegen.

Solange es in Paraguay keine juristische sowie physische Sicherheit für Investoren gibt, solange seitens der Regierung keine klaren Signale über den zukünftigen Weg Paraguays ausgehen, solange wird das Kapital um Paraguay einen Bogen machen und sich die Situation im Land nicht verbessern.

Arbeitsplätze schafft man nicht mit Worten sondern mit Taten.

25.10.09 00:17

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