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PARAGUAYBLOG - OHNE SCHÖNFÄRBEREI - SO WIE ES WIRKLICH IST - PARAGUAYBLOG - OHNE SCHÖNFÄRBEREI

BRUTALER MORD AN DEUTSCHEN ESTANCIERO

Wieder einmal war ein brutaler Mord an einem deutschen Estanciero (Rinderzüchter), in einer paraguayischen Tageszeitung (Ultima Hora) zu lesen. Die Meldung hat nicht einmal mehr für Schlagzeilen gesorgt. Eine Meldung wie viele andere, mehr nicht. Gehört es doch mittlerweile zur Routine, dass nicht nur Paraguayer sondern auch Ausländer überfallen und ermordert werden.

Wer spanisch lesen kann unter

http://www.ultimahora.com/notas/279510-Alemán-baleado-en-asalto,-finalmente-falleció-ayer

Kurz zum Hergang. Vor etwas mehr als einer Woche haben 4 schwerbewaffnete Männer den 72-jährigen Deutschen auf seiner Estancia, in Ybytymí, Departamento de Paraguarí, überfallen. Obwohl er Geld und andere Wertsachen problemlos den Banditen aushändigte, hat man ihn in die linke Brusthälfte geschossen und tödlich verletzt. Nach einer Woche ist er den schweren Verletzungen in einem Asuncioner Krankenhaus erlegen.

Verdächtigt an dem Verbrechen beteiligt zu sein wurde sein Capataz. Den hat man wieder auf freien Fuss gesetzt, obwohl von der Staatsanwaltschaft Anklage erhoben wurde.

Es zeigt wieder einmal auf traurige Art und Weise, dass meine ständigen Hinweise zu mehr Vorsicht und Sicherheit nicht grundlos sind. Immer öfter werden Ausländer zu Opfern von Kriminellen. Man glaubt ein "Gringo" ist automatisch jemand wo was zu holen ist.

"Voz tenés plata" ist einer der von mir am häufig gehörtesten Sätze. Ich erklär dann immer den Leuten, dass ich auch schon 25 Jahre hier lebe, mein Geld hier verdienen muss und keinen reichen Onkel in Deutschland habe der mir monatlich EUROS schickt. 

Der Neid wird immer grösser und durch die momentane Politik wird dies noch geschürt. Umverteilung und Klassenkampf ist das Schlagwort der Stunde. Der Präsident selbst hat dies in beeindruckender Weise demonstriert, als er alle, die in Paraguay ein Bankkonto haben, als Verhinderer von Reformen bezeichnete. Diesen Leuten (mit den Bankkonten) geht es gut und die Anderen hängen die Zunge heraus. So in etwa war der Sinn der Worte. Also gibt es nur eins, die Umverteilung

Für Lugo wird es immer ungemütlicher. Man wirft ihm jetzt vor, die Wähler bewusst belogen und sich so das Amt des Präsidenten erschlichen zu haben. Ein bekannter kritischer Journalist (Enrique Vargas Peña) meinte, die Kirche ruft zur Wallfahrt nach Caacupe auf und predigt den Leuten angeblich die Wahrheit, hat aber durch das Verschweigen der Tatsachen (dass Lugo mehrere Kinder als Bischof zeugte) bewusst gelogen. Man wirft Lugo nicht vor, dass er jede Menge Frauen als Bischof beglückte, sondern, dass er den Wählern bewusst die Unwahrheit gesagt hat. Hätten die Leute gewusst, so Vargas Peña weiter, dass er so ein Leben als Bischof geführt hat, dann hätte er wohl kaum die Wahlen eine Hausmeisterpostens gewonnen.

Lugo lässt die alles kalt. Aussitzen ist die Devise und auf keine Diskussionen eingehen. Er agiert im Hintergrund. Viele Generäle hat er zwischenzeitlich entmachtet und zum Schluss auch noch den Heereskommandanten abgesetzt, schön der Reihe nach, sodass sich kein Widerstand bilden konnte.

Dass seine Popularität in den Boden gesunken ist lässt er nicht gelten. Er beruft sich auf den armen Teil der Bevölkerung und macht ihnen Versprechungen die er niemals halten kann. In San Pedro verteilt er grosszügig Geldgeschenke an die Bevölkerung. Als soziale Hilfe sollten zigtausende Arme knapp Gs. 300.000,- bekommen. Lugo war aber grosszügig und hat seiner Clientel pro Person Gs. 1.320.000,- ausbezahlt. Insgesamt an 3700 Personen.

Kontrollen gibt es darüber so gut wie keine, laut Senator Alfredo Luis Jaeggli. In Brasilien werden soziale Hilfen über die Gemeinden und Komunen verteilt und entsprechend kontrolliert. In Paraguay wird das Füllhorn über bestimmte Personen und ohne Kontrollen ausgeschüttet.

Mit Geldern vom Staat kann man leicht sorglos umgehen. Umso mehr wenn man nicht einmal Rechenschaft ablegen muss, denn alles fällt unter "Gastos sociales". Die Frage was bleibt: Wer soll das in Zukunft noch bezahlen!

Ein Kenner der Materie sagte: In Paraguay ist das gesamte Staatsbudget als "Gastos sociales" zu werten, da 80% davon für Löhne von Staatsangestellten ausgegeben werden.

 

4.12.09 17:13

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